by Vanilla Quicksand   
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Spaß muss auch mal sein - und gerade in Freundschaften sollte man über nicht ganz erst gemeinte Dinge lachen können. Wir übernehmen keine Verantwortung für irgendwelche Schäden, die die folgenden Tips und Ideen anrichten....

  1. Stell dich hinter einen deiner FreundInnen und schubs ihn/sie. Stimm dabei "Schieb den Wal" an.
  2. Gratulier wahllos einem deiner FreundInnen zu ihrem/seinem "Nichtgeburtstag". Wenn du willst, tu dasselbe mit wildfremden PassantInnen, wenn ihr zusammen in der Stadt seid.
  3. Besteh darauf, wenn ihr auf Kopfsteinpflaster oder Fliesen geht, nie auf die Rillen zu treten. Wenn deine FreundInnen auch nur zwei Zentimeter weiter weg sind als du, mach ihnen eine Szene und sag ihnen, dass sie Rücksicht nehmen müssen.
  4. Lade deine FreundInnen zum Shopping an und empfiehl ihnen nur Kleidung, die sie offensichtlich nie tragen würden. Probier auch selbst nur Dinge an, die du nie anziehen würdest.
  5. Wenn du in einer heterosexuellen Beziehung bist, kauf dir einen Schwangerschaftstest und male mit einem blauen FIlzstift zwei Streifen auf das Display ("schwanger"). Lass ihn ganz zufällig im Badezimmer deines Freundes/deiner Freundin liegen. Wenn du in einer homosexuellen Beziehung bist, kauf ebenfalls einen und bemal ihn, allerdings so, dass mensch bemerkt, dass er "manipuliert" ist. Besteh darauf, dass du von deiner Partnerin/deinem Partner geschwängert wurdest.
  6. Kleb den Schalter auf deinem Telefon mit durchsichtigen Telefon so ab, dass mensch es zwar nicht sieht, das Telefon aber davon ausgeht, dass es nicht richtig auf der Telefongabel liege.
  7. Leg hinten in jede Schublade einen Luftballon. Vorne an die Decke jeder Schublade klebst du eine Reißzwecke. Tu das einmal wöchentlich. Wenn du willst, mit einfarbigen Ballons. Sobald die Schublade geöffnet wird, platzt der Ballon. 
  8. Stell alle Uhren falsch.
  9. Stell alle Wecker so ein, dass sie um 1 Uhr nachts, um 2.15 Uhr nachts, um 5 Uhr morgens und um 15.15Uhr nachmittags o. Ä. klingeln. Stell sie so laut wie möglich.
  10. Kauf dir eine Packung ManicPanic und kipp sie in die Haarspülung deiner Freundin/deines Freundes. Ein bisschen reicht schon, damit es fleckig wird...
Hihi. Wenigstens du hattest Spaß... Aber Achtung: "DAS WIRD NOCH KONSEQUENZEN HABEN!"...



 
 
Vanilla Quicksand   
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Essen ist das natürlichste auf der Welt. Wieso schämen sich also soviele Frauen in der Öffentlichkeit zu essen, genug zu essen und was anderes zu essen als Salat und Knäckebrot? Warum müssen Frauen immernoch in ihrer Esskultur verkörpern, wie schwach und zartbesaitet sie sind?
Susie Orbach hat mit ihrem Bestseller, dem "Anti-Diätbuch" erstmal beschrieben, warum Essen in unserer Kultur häufig zur Dickleibigkeit von Frauen führt und wie man diese "Eßsucht" unterdrücken kann. Der englische Originaltitel "Fat is a feminist issue" zeigt auch heute noch aktuell, worum es eigentlich geht: Um die Befreiung von Frauen. Natürlich ist neben Dickleibigkeit auch Magersucht oder Bulimie (Ess-Brecht-Sucht) eine typisch weibliche Erkrankung. Leider kenne ich persönlich aber zu wenige Bücher zu dem Thema, abseits einiger Biografien. Hier also einige Buchempfehlungen*:
  • Orbach, Susie: Das Anti-Diätbuch II. Frauenoffensive, 1984.
  • Roth, Geneen: Essen ist nicht das Problem. Kailash-Verlag.
  • Haskvitz, Sylvia: Ins Gleichgewicht kommen. Essen nach Wahl und nicht aus Gewohnheit. Junfermann Verlag, Paderborn, 2006.
* Für weitere Empfehlungen bin ich immer offen, einfach melden ;)
 
 
by Vanilla Quicksand   
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Im dritten Teil der Reihe "Was Denken & Sprache miteinander zutun haben..." geht es jetzt um den Bezug zu zwischenmenschlichen Beziehungen. Zur Erinnerung: Teil 1 beschäftigte sich mit Psychischer Gewalt und gewalttätiger Sprache, Teil 2 beschäftigte sich mit dem Unterschied zwischen einer statischen und einer dynamischen Denkweise.
Es liegt völlig auf der Hand, dass der_diejenige, der_die mit einer statischen, von Verurteilungen geprägten Sprache auf eine_n andere_n zugeht, nicht gerade im Begriff ist, das zu bekommen, was er_sie sich wünscht. Ebenfalls ist gewalttätige Sprache alles andere als emanzipatorisch, denn sie lässt dem Menschen keine Wahl. Wichtig ist gerade in Beziehungsdingen, die unterschiedliche Sozialisation miteinzubeziehen: Während Frauen häufig (wenigstens) lernen, ihre Gefühle indirekt, z.B. durch "Nörgeln" und "Meckern", auszudrücken ("Nie nimmst du mich in den Arm!" = "Ich wünsche mir, dass du mich öfter/mal wieder in den Arm nimmst."), lernen Männer häufig nicht einmal ihre Gefühle konkret zu benennen. Steffen Burger, der mit gewalttätigen Männern arbeitet, sagt dazu in einem Interview mit der Zeitschrift chrismon: "Der wahre Grund, warum Männer gewalttätig werden ist, dass sie die Gedanken und Gefühle, die sie gerade haben, nicht aushalten. Hilflosigkeit, Ohnmachtsgefühle, die Angst, verlassen zu werden [...]. Diese Gefühle sind so unaushaltbar, dass der Mann Wut und Ärger drüberlegt." So erklären sich auch Statistiken, nach denen Männer weit häufiger körperliche Gewalt anwenden als Frauen (das ist nämlich kein Mythos wie uns Maskulisten häufig weismachen wollen), denn "[i]rgendwann explodiert er und schlägt zu." Das ist natürlich absolut keine Entschuldigung, sondern eine Erklärung, denn wenn ein Mann viel Stress hat o. Ä. sind das "[...] alles keine Gründe, jemanden zu misshandeln. Jeder hat seine Wahl [...]" Täterberatung, so Burger, bedeute vor allem, dass Männer Wahlmöglichkeiten erkannten.
Daran zu arbeiten, Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen und zu artikulieren, liegt natürlich an jeder_m selbst. Übung macht auch hier den_die Meister_in. Eine Möglichkeit, in Beziehung(en) einfühlsam damit umzugehen, bietet die GFK nach Rosenberg.
 
 
by Vanilla Quicksand   
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Im ersten Teil der Reihe "Was Denken & Sprache miteinander zutun haben..." ging es um gewalttätige Sprache (Teil 1). Hier soll es nun konkreter um dynamisches und statisches Denken gehen, wie Carol Dweck es bezeichnete.
Eine statische Denkweise setzt voraus, dass die Dinge immer so bleiben, wie sie sind ("Ich kann diese Aufgabe nicht schaffen!"). Es bleibt kein Raum für Veränderung ("Nie wäschst du ab!", "Du bist unfassbar faul!") und auch Menschen - so der (unbewusste) Glaube - können sich nicht verändern. Carol Dweck fand dazu ebenfalls heraus, dass es möglich ist, in einem bestimmten Lebensbereich eine dynamische, in einem anderen eine statische Denkweise an den Tag zu legen. Diese dynamische Denkweise zeichnet sich dadurch aus, dass etwas momentan so gesehen bzw. beurteilt wird ("Momentan kann ich die Aufgabe noch nicht meistern, aber ich entwickele mich bestimmt weiter und schaffe es dann!"). Beispiele hierfür sind im Zwiegespräch Sätze wie: "Momentan wäschst du seltener ab als sonst.". (Durch den Vergleich bekommt das "seltener" erst eine relative Bedeutung, welche sonst völlig subjektiv geblieben wäre.)
In Verbindung mit der GFK könnte sich derselbe Satz etwa so anhören: "Ich sehe dich momentan seltener abwaschen als sonst. (+ Gefühl +Bedürfnis +Bitte)".
 
 
by Vanilla Quicksand    
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Neben körperlicher Gewalt gibt es auch seelische und strukturelle. Im Folgenden soll es um seelische Gewalt und Gewalt in der Sprache gehen.   
Gewaltätiges Verhalten ist gemeinhin alles, was einer_m anderen (gewollt oder ungewollt) Schmerzen aussetzt oder das in Kauf nimmt. Weiter gegriffen also alles, womit ich die Grenzen meines Gegenübers missachte.
Entsprechend gehören zur psychischen Gewalt Verhaltensweisen, die einer_m anderen z.B. durch Drohungen Angst machen, ihn_sie verspotten oder ihn_sie nicht ernstnehmen.

(Psychische) Gewalt ist auch dann Gewalt, wenn sie nicht "absichtlich" zugefügt wird. Das passiert häufig als "Sozialisationsprodukt": Imitationslernen spielt hier eine große Rolle. Gewalt in der Sprache ist meist nicht bewusst eingesetzt, sondern "passiert nebenbei". Ein gutes Beispiel dafür ist "mean talk". Mean Talk ist jede nebenbeigetätigte, abfällige, wenn auch humorvoll gemeinte, Bemerkung, die eine_n anderen verletzt oder verletzen könnte.
Zu Gewalt in der Sprache können auch Verurteilungen gezählt werden, wie Marshall B. Rosenberg schreibt. Seiner Meinung nach zählen auch Verurteilungen wie "faul", "hässlich" oder "dumm" zur gewalttätigen Sprache. All diese Adjektive sind nämlich subjektiv und wertend. Statt Verurteilungen ist es sinnvoll, objektive Beschreibungen oder Beobachtungen zur Sprache zu bringen, wie es die Gewaltfreie Kommunikation anbietet. Statt "Du bist so faul! Nie wäschst du ab!" heißt es dann: "Du wäschst seltener ab als sonst. Hast du momentan viel Stress und das Bedürfnis nach Ruhe?" und klingt in den Ohren des Gegenübers gleich viel liebevoller...
 
 
by Vanilla Quicksand...
"Don't compromise yourself. You're all you've got." - Janis Joplin spricht eine Erkenntnis aus, die viele Frauen erst später, wenn überhaupt machen. Übersetzt bedeutet das etwa "Gefährde dich selbst nicht, du hast niemand anderen." Sich selbst gefährden kann man durch viele verschiedene Verhaltensweisen, dazu zählen der Konsum von Alkohol, Nikotin oder anderen Drogen, unzählige Diäten, typisch weibliche Krankheiten wie Mager-, Ess-Brech- und Fresssucht, "Cutting" also selbstverletzendes Verhalten, usw.. Davor steht aber meist eins: Mean Talk. Mean Talk bezeichnet herabsetzende, abwertende Sprache; auch Sprüche, die eigentlich witzig gemeint sind, können gemein sein und das Gegenüber wirklich verletzen.
Das Schlimmere aber: Häufig nutzen Frauen Mean Talk - gegenüber sich selbst. Wie mensch das stoppen kann, liest er/sie hier:
  • Fang an, gut zu dir zu sein. Gönn dir etwas oder belohn dich: Mit deiner Lieblingsmusik nach dem Aufstehen, mit einem freien Tag, mit einer Shopping-Tour, mit einem Sonnenbad, ganz egal. Die Hauptsache ist, dass du einen Moment am Tag findest, an dem du dich wolfühlst und nett zu dir bist.
  • Wie find ich mich? Entwickele ein positives (oder erstmal ein positiveres) Selbstbild, in dem du dir zwar einmal am Tag sagst, was dich an dir stört, aber genauso sehr nach Dingen suchst, die du an dir magst. Nach einiger Zeit kannst du dir abgewöhnen, zu sagen, was dich stört und nur noch sagen, was du gut an dir findest. Das hast du dir verdient, jede_r braucht mal Lob! ;)
  • Nutze Affirmationen. Du findest dich dick, hässlich, eklig? Na und? Ab heute sagst du dir folgendes: "Ich liebe mich und ich stehe hinter mir. Ich verdiene es, mich wohlzufühlen. Ich werde zu Recht geliebt. Ich bin wertvoll. Ich nehme mich an, wie ich bin." Es reicht, wenn du es am Anfang nur denkst. Auch, wenn du beim Aussprechen den Tränen nahe bist, versuch es ruhig weiter. Keine_r erwartet von dir, dass du dich gleich völlig annimmst und liebst. Es reicht, wenn du dich annäherst. Du kannst deine Affirmationen auch irgendwo hinpinnen, wo du sie öfter liest. Wir wissen alle, wie schwer es sein kann, aber eines Tages kannst du auch einen liebevollen Satz zu dir sagen.
  • Kümmer dich - um deinen Körper! Die moderne Frau ist heute oft zwei- oder dreifach belastet, viele Männer wissen nicht, wie sie nach dem Berufsalltag abschalten können. Kümmer dich also zunächst um deinen Körper. Kauf dir eine schöne Lotion und nimm dir fünf Minuten Zeit, dich einzucremen. Fahr irgendwohin, um mit dir selbst zu picknicken. Lass dich massieren. Mach Sport, wenn du möchtest. Finde etwas, was deinem Körper guttut.
  • Kümmer dich - um Kontakte! Frag jemanden nach einem Treffen, eine_n alte_n FreundIn zum Beispiel oder jemanden, den du schon lange kennst und eigentlich magst. Ruf jemanden an, um ihm_ihr zu sagen, wie gern du ihn_sie hast. Verschenke Sachen, die du nicht mehr brauchst, an gemeinnützige Vereine. Kümmer dich um Tiere im Tierheim. Tu etwas, dass dir zeigt, dass du selber die DInge in die Hand nehmen kannst.
  • Kümmer dich - um Naturerfahrung! Die Natur ist das Urtümlichste, dass wir erfahren können. Es gibt nichts auf dieser Erde, dass älter ist. Sie zeigt uns, dass unsere Sorgen und Probleme im Prinzip unbedeutend sind, weil es etwas gibt, dass größer ist als wir und dass immer fortbestehen wird. Wie lange ist es her, dass du dir einen Sonnenuntergang angesehen hast, bis es dunkel war? Wann hast du das letzte Mal auf der Wiese gelegen und Wolken beobachtet? Weißt du noch, wie ein frischgepflückter Apfel schmeckt? Geh doch mal wieder spazieren oder zelten! Tu all das mal wieder, was dich an deine Kindheit erinnert (oder an die Kindheit, die du gern gehabt hättest). 
  • Hör zu! Hör mal hin, wie du mit dir selbst redest. Hör zu, schreib sie vielleicht auf und dann hör auf. Fang an dazwischenzureden, in dem du dir sagst, dass du sehr wohl liebenswert bist. Du brauchst keinen inneren Kritiker! Wenn du es aufgeschrieben hast, schreib die positiven Varianten zu den Sätzen. Das hast du dir viel mehr verdienst ;)
  • Hör auf! Hör auf, Komplimente zurückweisen. Lächle und sag: "Danke, schön, dass du es bemerkst!". 
  • Hör hin! Schreib dir in dein Tagebuch alle tollen Sachen, die du erlebt hast. Schreib dir auf, was für nette Sachen die anderen gesagt haben. Schreib auf, was du heute alles erledigt hast - siehst du? Ganz schön viel.
Viele der Anregungen habe ich Jennifer Loudens Buch "Tu dir gut!" entnommen. Die Rezension ist unter ebendiesem Titel zu finden.

 
 
by Vanilla Quicksand
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Was ist das populärste Klischee über Frauen, ausgenommen der Schuh-Tick? Genau - das Mäkeln über die eigene Figur, das Herumpieksen im nichtvorhandenen Speck, die panische Angst, nicht gut genug auszusehen, die beängstigende, neurotische Diät-Sucht. Warum machen Frauen sowas? Ist doch ihre eigene Entscheidung, oder nicht?
Offensichtlich denken sie, weil sie so erzogen wurden, dass sie attraktiv sein müssen - und diese Attraktivität ist sehr konkret: Auch die normale Frau muss aussehen wie ein Model. Lange, glänzende Haare, durchschnittliche, d.h. als schön empfundene Gesichtszüge, 90-60-90-Maße, lange Beine, große Brüste. Die normale Frau ist ständig damit konfrontiert: Hochglanzmagazine, Fernsehen - alles zeigt nur eins, die ideale, superschöne, superdünne Frau. Kein Wunder, dass sich Frauen daher nach dem Genuss von Frauenzeitschriften mieser fühlen als zuvor. Dabei sind all diese Bilder im Prinzip Fantasieprodukte. Die Haut der Models wird retouchiert, ihre Beine gestreckt, ihr Körper dünner gemacht, ihre Augen vergrößert, ihre Nase evtl. verkleinert - am Ende erkennt niemand mehr das eigentliche Model auf der Straße. Nicht nur die durchschnittliche Frau leidet darunter, natürlich auch das Model selbst und es scheint, dass sich vermehrt ein Hass von Frauen auf ihren Körper bildet. Kein Wunder, wären sie ein Mann ...
Aber solange Frauen sich nicht darüber im Klaren sind, wie Medien funktionieren und solange sie denken, dass Schönheit etwas Konkretes ist, bleiben sie erpressbar: "Wenn du Liebe willst, musst du schön sein!" [Und meistens bleibt es nicht bei dieser einen Erpressung, es geht weiter: "Wenn du willst, dass ich bei dir bleibe, hör auf zu nörgeln und mach die Hausarbeit!" (...denn eine nörgelnde Hausfrau ist schon sehr unattraktiv, oder?) oder "Wenn du mich nicht verlieren willst, dann pass auf die Kinder auf! Ich bin müde und erschöpft von der Arbeit." (Klar, Frauenarbeit ist ja auch so viel leichter... Da macht es Sinn, dass wenn beide arbeiten, der Mann sich zurücklehnt und die Frau noch die Hausarbeit einschließlich Kinderbetreuung übernimmt. *ironie*)] Schlussendlich sieht die Frau von heute sich vor unzähligen Anforderungen. Im Prinzip darf sie vor einem Mann kein Mensch mit Schwächen sein, sondern sie muss alles gleichzeitig perfekt erfüllen: Die Rolle der Hausfrau; die Rolle der Mutter, die ihrem Ehepartner* auch noch hinterherräumt und ihm - weil er sich so liebevoll um sie sorgt *ironie* - auch noch im Bett als perfekte Geliebte dient, ohne Murren, irgendwelche Anforderungen oder Orgasmusschwierigkeiten, versteht sich; im Job muss sie natürlich beweisen, dass sie genauso gut wie ein Mann ist und da dann die erfolgreiche Karrierefrau mimen; und wenn sie dann mal ausrastet, tja, dann war sie eben "hysterisch" und der Ehemann* tut einem wirklich, wirklich leid. Am Ende ist sie also ausgezehrt, im Job zurück (wegen den Kindern), von ihrem Ehemann betrogen (weil es im Bett nicht mehr so lief) und wenn sie besonders viel Glück hat, wird sich auch noch verlassen.

Aber wie bewahrt frau sich genau davor?
  • Zunächst einmal Bewusstwerdung. Wenn ich mir über meine eigenen Fesseln nicht im Klaren bin, kann ich sie ja schließlich nicht lösen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass Frauen ihr Leid klagen. Erst dann können sie sich zusammenschließen und etwas dagegen tun, denn der oben beschriebene Lebenslauf ist kein Klischee und lässt sich auch nicht mit dem Satz "Das ist ihre eigene Entscheidung!" entschuldigen. Es ist irrsinnig, anzunehmen, dass irgendwer (egal welchen Geschlechts) auf die Idee käme, gerne Kinderbetreuung und die Hausarbeit für mehrere Menschen neben dem Voll- oder Halbtagsjob zu übernehmen. Vielmehr sind Kinder das einzige, was Männer noch in der Hand haben, um ihre Frau von sich abhängig zu machen: "Kinder brauchen doch ihren Vater!" hört mensch öfter, als gedacht. Zudem kommt natürlich noch das Unverständnis und die Ablehnung der Gesellschaft dazu: "Was ist das für eine Frau, die ihren Kindern den Vater so eigennützig wegnimmt?". Geschiedene Frauen mit Kindern haben immernoch das höchste Armutsrisiko, weil sie einfach im Beruf zurückstecken mussten und entsprechend abhängig sind. Daher ist es kein Wunder, dass die Geburten nicht mehr steigen, sondern zurückgehen - welche frau will das noch riskieren? Wer weiß, wie der Ehepartner* sich noch wandelt...
  • Sich frei machen von falschen Erwartungen. Du bist weiblich, d.h. nicht, dass du wunderschön sein musst und besser aussehen als menschenmöglich ist oder, dass du für Hausarbeit biologisch prädestiniert bist, noch heißt es, dass die Kinderversorgung dir im Blut liegt. Es heißt nicht, dass du mit Kindern glücklicher wirst als mit Karriere. Wenn du trotzdem alles kombinieren willst, sorg für eine gerechte Verteilung von Hausarbeit und Kinderbetreuung. Im "Schlampenknigge" rät die Autorin Elizabeth Wurtzel den Leserinnen, dass sie die Hausarbeit einfach liegen lassen sollen, wenn der Mann* nicht mitspielt. Wenn er dich zwingen kann, dann zwing ihn doch auch mal; so bleibt auch die Arbeit, die sonst von ihr übernommen wird, nicht mehr so unsichtbar. Andernfalls können sie natürlich auch für einen Beziehungsvertrag sorgen, und Konsequenzen beschließen, wenn er nicht mithilft. Oder sie machen einen Wettbewerb draus. Vielleicht probieren sie einfach alles. In Bezug auf den Schönheits-/Schlankheitswahn hilft es durchaus, sich bewusst zu sagen, dass die Werbefrauen, etc. nur Fantasieprodukte sind. Sie existieren schlichtweg nicht. Erzählen sie das auch all ihren FreundInnen und lernen sie ihren Körper schön zu finden.
  • Augen öffnen. Häufig ist Männern nicht bewusst, was alles im Haus anfällt, weil sie jahrelang von Mutti versorgt wurden und nun direkt bei einem anderen Weibchen im Nest gelandet sind. Ausziehen und alleine wohnen kann auch eine gute Konsequenz sein. Vielleicht sieht er die Hausarbeit wirklich nicht...  Dann sei pragmatisch. Denk nicht, er liebe dich nicht, sondern arbeite mit dem, was er dir sagt konstruktiv: Schreib auf Zettel, wo und was wann gemacht werden muss und kleb sie sichtbar auf. 
  • Kompromisse. Frei nach dem Motto "Viele Köche verderben den Brei!" können auch Kompromisse geschlossen werden: Die Küche ist sein/ihr Aufgabenbereich (inkl. Einkaufen, Kochen, usw.), dafür kümmert sie/er sich um das Staubsaugen und Staubwischen. Wenn sie/er den Garten macht, dann kümmert er/sie sich um alles, was den gemeinsamen Hund betrifft (inkl. Tierarzt, Spazierengehen, Waschen, etc.). Kümmert sie/er sich vormittags um die Kinder, tut er/sie das nachmittags, usw.
  • Reden, reden, reden. Sprich zunächst eine Beobachtung aus (z.B.: "Ich merke, dass ich häufiger die Wäsche wasche als du."), dann sag, wie du dich fühlst ("Das macht mich traurig.") und was du dir wünschst ("Ich wünsche mir (kein Konjunktiv!), dass wir das gerechter aufteilen. Wie ginge es dir, wenn ich Mo, Di und Mi die Wäsche mache und du an den anderen Tagen? Dann können wir am Sonntag gemeinsam etwas Schönes machen."). Sag ihm* auch, dass du dir Anerkennung für die Arbeit, die du im Haus übernimmst, wünschst und auch, wie die konkret aussähe ("Ich wünsche mir, dass du mir sagst, dass ich etwas gut gemacht habe und hin und wieder deshalb für mich kochst."). Tu das Gegenteil auch für ihn*. Da Männer sozialisationsbedingt meist nicht gelernt haben, Gefühle und Bedürfnisse zu artikulieren und es ihnen daher schwerfällt, ist es sinnvoll nachzuhelfen mit Fragen wie "Wie geht es dir, wenn...?" oder "Kann ich noch etwas für dich tun, damit..?". Keine Sorge, alles ist lernbar.
  • Nörgeln hilft nichts. Es gibt bessere Methoden, zu reden (s. oben: "Reden, reden, reden."). Leider lernen Frauen meist nur, Gefühle und Bedürfnisse wahrzunehmen, aber nicht sie direkt zu artikulieren. Nörgeln ist aber der unsichere, indirekte Weg. Wer kann schon aus Nörgelei erkennen, was jetzt falsch gelaufen ist? Gewöhn es dir ab - in allen Lebenslagen.
Das Schöne ist ja immer: Keiner ist seiner Sozialisation sein ganzes Leben lang schutzlos ausgeliefert. Man kann alles lernen, also los geht's: Lernen wir, wie mensch gleichberechtigte Beziehungen führt.
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*muss natürlich nicht zwangsläufig männlich sein; kann auch die Ehepartnerin sein, kommt aber seltener vor.
 
 
by Vanilla Quicksand
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Lu Decurtins hat mit seiner Hausarbeit "Was ist das denn, ein Mann?" den Nagel auf den Kopf getroffen: Genauso wie die Frau zur Frau gemacht wird (Simone de Beauvoir), wird natürlich auch der Mann erst durch Sozialisation zum Mann gemacht. Typische Beispiele für männliche Verhaltensweisen, zeigt der Autor auf den Seiten 1 bis 5. Dieses Wissen wird sinnvoll in der Familie (falls Söhne vorhanden sind oder ein Bewusstsein der Töchter geschaffen werden soll) oder kann auch in der Beziehungsarbeit durchaus hilfreich sein. So wissen Männer und Frauen um geschlechtsspezifische Eigenarten, die aber, das sagt auch Decurtins, anerzogen sind. Das heißt, mit dem Bewusstmachen geschlechtsspezifischer Verhaltensweisen, lassen diese sich - wie jede andere auch - nach Wunsch verändern. Bei der Arbeit mit Jungen helfen die auf Seite 6 beschriebenen Leitlinien.
  • Decurtins, Lu: "Was ist das denn, ein Mann? Männliche Sozialisation", hier.
 
 
by Vanilla Quicksand
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Nach einer Lebenskrise voller Depression, begann Jennifer Louden, Wege zu suchen, sich selbst zu befreien. Mit eigener Kraft und vielen kleineren und größeren Umstellungen schaffte sie es, sich mit eigener Kraft wieder ins Leben zurückzuholen.
Ihre reichhaltigen Erfahrungen und Versuche teilt sie mit ihren LeserInnen. Das Buch richtet sich eigentlich an Frauen - als es 1992 erschienen ist, war das vermutlich auch immernoch mehr als nötig - ich persönlich denke aber, dass auch Männer davon profitieren. Jennifer Louden hat wohl dasselbe gedacht, als sie kurze Zeit später das "Wohlfühlbuch für Paare" schrieb und veröffentlichte.
Ihre Erfahrungen teilt sie mit uns aber nicht in Form einer Biografie o. Ä. - Loudens Weg ist einfacher, praxisnaher: Sie macht uns Vorschläge, wie wir mehr Lebensqualität aus dem Alltag herausholen können. Vorschläge wie z.B. "Tu was für deinen Körper" gliedern sich immer in mehrere kleine Rubriken, wie z.B. "Worum gehts?", "Was du dazu brauchst", "Was du für dich tun kannst" sowie "Literatur und Tips". Das macht es einfach, schnell mal etwas für eine Erholungspause zu finden ohne von unglaublich vielen Seiten erschlagen zu werden.
Meiner Meinung nach sollte jede_r im Besitz dieses Buches sein. Gerade heute scheint es mir, als hätten Menschen vergessen, wie sie für sich selbst sorgen können und das sie es auch dürfen. Dann passiert es, dass die Anforderungen an den/die PartnerInnen ins Unerfüllbare steigen und keine_r mehr die Chance hat, glücklich zu werden. Das Wohlfühlbuch gibt es auch noch für Schwangere und für Paare.
Mir persönlich tut das Buch schon gut, wenn ich nur darin lese. Ich plädiere wirklich auf: KAUFEN! (Oder leihen... und nicht mehr zurückgeben, etc.)!
  • Louden, Jennifer: Tu dir gut! Das Wohlfühlbuch für Frauen; Freiburg im Breisgau: Hermann Bauer Verlag, 2000.
 
 
Heute scheint überall ganz schön viel los zu sein. Hier gibt es eine kleine Artikelsammlung zum Thema.

Zum internationalen Frauentag ist ganz schön was los. Da gibt es einerseits Redakteurinnen, die sich des Themas annehmen (wie Ines Pohl, hier) oder zumindest Artikel, die dasselbe tun. Hier die Gießener Zeitung oder sogar die BILD (die ich nicht empfehle o. Ä., sondern nur zwecks Information verlinke!). 
Spannend und damit empfehlenswert finde ich den Artikel der Frankfurter Rundschau, der sich mit Bewegungen am IFT beschäftigt - und auch mit nackten Frauen als Serviervorlage... 
Die Geschichte des Frauentages ist hier nachzulesen. 
Heute finde ich persönlich es ganz besonders wichtig, sich zum Feminismus zu bekennen. Daher gibt es ab heute eine neue Rubrik, die "Ich bin FeministIn" lautet. Unter jedem Twitter-Post ist ebenfalls zu lesen, dass ich Feministin sei. Ich wünsche mir, dass das heute viele Frauen und Männer tun. :)
Schöne Grüße an alle weiblichen, sich als weiblich verstehenden, sich nicht zuordnen könnenden oder wollenden sowie alle sich mit weiblichen Menschen solidarisierenden oder sympathisierenden Menschen! (Na, was das political correct oder was? ;))

ICH BIN FEMINISTIN! =)